Beinwil (Freiamt) - heute

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Beinwil (Freiamt) hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten unter grossen Anstrengungen vom verschlafenen Bauerndorf zu einer lebendigen, modernen und aufgeschlossenen Landgemeinde entwickelt. Sie weist ein selbstbewusstes, dynamisches Wirtschafts- und Kulturleben mit einer eigenen Dorfbank und gut ausgebauten Verkehrswegen auf. Kindergarten und Primarschule sind im Hauptdorf, die Oberstufenabteilungen in den umliegenden Gemeinden zu besuchen.

Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs wird durch die ansässigen Lebensmittelgeschäfte wie Metzgerei und Volg-Laden sichergestellt. Fachmännisches und initiatives Handwerk hat sich angesiedelt. Mit 39 voll-, 6 nebenberuflich geführten und 5 verpachteten Landwirtschaftsbetrieben ist der Bauernstand sehr stark vertreten. Gewisse Strukturprobleme als Folge der heutigen Agrarpolitik sind allerdings nicht zu übersehen.

Dank einer wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Boden- und Baunutzung ist die Gemeinde in den vergangen Jahren massvoll gewachsen. Die aktive und bestimmende Rolle in der kommunalen Raumordnung ermöglichte dem Dorf auch eine kontinuierliche und überlegte Anpassung der notwendigen Infrastruktur. Dank erschwinglichen Baulandpreisen konnte auch die Eigentumsbildung innerhalb der Einwohnerschaft gefördert werden.

Seit den achtziger Jahren hat mit dem Ausscheiden von Bauzonen ein zwar beschleunigtes, jedoch überschaubares Wachstum eingesetzt. Im Gebiet "Brand", westlich der Ortsverbindung Beinwil – Wiggwil, ist ein schönes ruhiges Wohnquartier an bevorzugter Hanglage entstanden. Zahlreiche Baulücken im Dorfe, vor allem im Gebiet Kirchfeld, sind ebenfalls durch neue Wohnbauten verdichtet worden. Die damit verbundenen Bevölkerungszunahme hat sich durchaus als wünschenswert erwiesen, musste doch die Abwanderung vieler Einwohner aus kinderreichen Familien wieder aufgefangen werden.

Heute leben in Beinwil rund 1050 Einwohner in 430 Haushaltungen; der Ausländeranteil beträgt ca. 90 Personen. 76 % der Bevölkerung bekennt sich zum katholischen und 11 % zum evangelischen Glauben. Gesamthaft sind rund 630 Gebäude versichert. Die Entwicklung entspricht damit den Vorgaben der Ortsplanung.

Gewiss sind Teile des früheren Ortsbildes oder landwirtschaftliche Elemente wie Obstbaumgärten, Hecken, Riede usw. in den letzten Jahrzehnten verschwunden. Auch ist das Klappern der Mühlen verhallt, sind drei Krämerläden und eine Schuhmacherei aufgegeben worden, usw. Wehmütig mag man sich auch an die beiden Poststellen in Wallenschwil und Winterschwil erinnern, welche im Trend unserer schnellebigen Zeit per 01. Januar 1976 bzw. per 01. September 1977 aufgehoben worden sind. Der Preis für unseren technischen Fortschritt ist eben auch mit dem Verlust idyllischer Dorfkultur verbunden. Dabei fallen viele unbezifferbare Werte dem betriebswirtschaftlichen Rechnen und der Rationalisierung zum Opfer.

Dennoch hat sich das Erscheinungsbild einer freundlichen Landgemeinde nicht grundlegend gewandelt. Abgesehen von einigen kleineren Sünden konnte Beinwil (Freiamt) den typischen Charakter und die Ausstrahlungskraft einer Freiämter Landgemeinde bewahren. Zwar ist in alten Schriften oder Erzählungen über Beinwil (Freiamt) oft von verträumten Dörfern und Weilern die Rede, welche still vor sich herschlummern und von den rasanten gesellschaftlichen Entwicklungen kaum erfasst würden. Dieses schöne Bild der "trauten Heimat" lässt sich allerdings nicht mehr in die heutige Zeit übertragen. Obschon der Wandel zur industriellen Gesellschaft noch keine allzugrossen Spuren hinterlassen hat, ist die Mechanisierung der Landwirtschaft als Folge des gnadenlosen Überlebenskampfes weiter fortgeschritten. Rationalisierte Bewirtschaftungsmethoden sind leider da und dort zu einer Bedrohung für die Natur oder freilebenden Tierarten geworden. Im heutigen wirtschaftlichen Umfeld mit den geänderten Rahmenbedingungen und Anpassungszwängen ist die traditionelle Kulturlandschaft vielerlei Gefahren ausgesetzt.

Im Jahre 1987 ist die Ortschaft Winterschwil mit dem Aargauer Heimatschutzpreis ausgezeichnet worden Die Preisverleihung erfolgte in Anerkennung der privaten und öffentlichen Bemühungen, das bauliche Kulturerbe zu erhalten und zu bewahren. Das interessierte Auge darf sich aber überall in der Gemeinde an liebevoll gepflegten Wohnhäusern, Hausgärten und landschaftlichen Schönheiten erfreuen. Das Inventar der geschützten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) führt die beiden Weiler Wiggwil und Winterschwil als Ortsbilder von nationaler Bedeutung auf, während Beinwil/Dorf, Brunnwil und Wallenschwil als schützenswert eingestuft sind. An uns liegt es, dafür Sorge zu geben, dass diese reichgestalteten und schönen Siedlungen nicht aus dem Bestand verschwinden, sondern ins nächste Jahrtausend hinübergerettet werden können.

Huwyler-Frei Erhard, Gemeindeschreiber

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Tel. 056 668 18 60, Fax 056 668 18 31, gemeindekanzlei@beinwil.ch