Sehens- und Erlebenswertes

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Winterschwil

Im Jahre 1987 ist der Weiler Winterschwil mit dem Aargauischen Heimatschutzpreis ausgezeichnet worden; in Anerkennung des schönen, intakten dörflichen Zusammenspiels von gut erhaltenen und gepflegten Freiämter Wohn- und Ökonomiebauten mit Gärten und Obstbäumen, welches im Einklang mit einer schonend genutzten Kulturlandschaft steht.

Weiler Winterschwil

 

Naherholungsgebiet und Schloss Horben

Zuoberst auf dem Lindenberg, in der Gemeinde Beinwil (Freiamt) AG, öffnet sich inmitten romantischer Waldgebiete eine weite Hochebene, welche meistens über die Nebelgrenze hinaus ragt und zum Anziehungspunkt zahlloser Erholungssuchender aus Nah und Fern geworden ist. Hier bietet sich dem Wanderer auf gepflegten Spazierwegen entlang saftiger Alpweiden eine grossartige Rund- und Fernsicht. Ganz im Süden ist der ewig weisse Pyramidenkranz der Jungfrau im Berner Oberland zu erkennen. Ost- und nordwärts streift des Kenners Blick über den Titlis und Glärnisch bis hin zum Säntis, dann auf die Lägern und den Schwarzwald; unmittelbar vor sich der Pilatus, die Rigi, der Zugerberg, die Albiskette mit dem Üetliberg, und zu Füssen die fruchtbaren Landstriche des Freiamts mit den Fliessgewässern von Bünz und Reuss, das Zugerland und das Affolteramt. Nach Westen, etwa 10 Minuten von der Siedlung Horben entfernt, gewinnt man einen erfüllenden Ausblick auf das luzernische und aargauische Seetal.

Im Sommer werden auf dem Horben zirka 250 Stück Jungvieh gealpt. Die weidenden Tiere in den weitläufigen Alpwiesen geben der Natur einen lebendigen Anblick, woran sich Jung und Alt erfreuen können. Bei genügend Schneelage stehen den Wintersportlern eine wunderschön gelegte und fachmännisch präparierte Langlaufloipe sowie ein kleiner Skilift zur Verfügung. Im früheren Pächterhaus – 1741 erstellt – ist ein freundlicher Alpwirtschaftsbetrieb um das leibliche Wohl der Gäste besorgt.

Schloss HorbenDiese herrliche Lage auf 818-850 m ü. M. blieb natürlich auch den Benediktiner Äbten von Muri nicht verborgen. So liess Abt Plazidus Zurlauben in den Jahren 1700-01 einen Sommersitz bzw. ein Erholungsheim für die Klosterleute errichten. 1730 wurde die heutige Kapelle erbaut und zu Ehren der beiden Heiligen Wendelin (Patron der Landleute sowie für Flur und Vieh) und Ubaldus oder Theobald (Patron der Gerber, Köhler und Schuhmacher) eingeweiht. Seine endgültige Gestalt mit prachtvollen Zimmern und angenehmen Ausstattungen erhielt das heutige Schloss Horben um die Mitte der 1760er Jahre. In dieser Zeit sind auch die Tapetenmalereien des berühmten Alpen- und Landschaftsmalers Caspar Wolf entstanden.

Nach der Klosteraufhebung 1841 ging das Schloss in Privatbesitz über und durchlebte wechselhafte Jahre. Es wurde als Wohnstätte, abwechselnd auch als Gastwirtschaft verwendet, so z.B. als Luftkuranstalt "zum Lindenhof" mit Bädern für "vornehmlich erholungsbedürftige, schwächliche, blutarme und hektische Personen".

Kapelle St. WendelinDennoch konnte sich das Gebäude in seltener Pracht erhalten. Mit dem Wechsel auf die heutigen Besitzerfamilien im Jahre 1913 wurde das verwahrloste Kulturgut mit seinen kostbaren Wandmalereien und meisterhaften Decken-Stukkaturen (Jagdzimmer) wieder sorgfältig restauriert und als Ruhesitz instandgestellt. Die nachträglich an das Schloss gebaute, fremd wirkende Dépendance "für Ziegenmilch- und Molkenkuren" ist wieder abgerissen worden.

Seit 1963 stehen Schloss und Kapelle unter Denkmalschutz. Im Gegensatz zum Schlossgut, welches den Besitzerfamilien als private Sommerwohnung dient, ist die anmutige Kapelle St. Wendelin öffentlich zugänglich. Sie steht im Eigentum der römisch-katholischen Kirchengemeinde Beinwil (Freiamt).

Der Name Horben leitet sich übrigens vom altdeutschen Wort "horw" ab, womit nasse Gegenden bezeichnet wurden, verweist also auf eine ehemals sumpfige, wasserreiche Gegend.

Kirche und St. Burkard

Kirche
456 brachten die Burgunder das Christentum in unsere Gegend. Vom Kloster Muri aus verbreitete sich die Lehre des Evangeliums. Die meisten Kirchen in den Dörfern des Freiamts sind aber erst im 12. bis 15. Jahrhundert entstanden.Eine Kirche in Beinwil wird schon im Jahre 1239 erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings muss es sich damals um einen einfachen Bau, vermutlich aus Holz, gehandelt haben.

Kirche von innen

 

1619/20 wurden die heutige St.-Burkards-Kapelle, das Chorgestühl und der Turm erstellt. Die Weihe erfolgte am 27. April 1621 zu Ehren der Muttergottes sowie der Apostel Petrus und Paulus. Infolge Platzmangels wurden verschiedene KryptaUm- und Ausbauten vorgenommen. Die heutige Gestalt hat das Gotteshaus in den Jahren 1797 bis 1802 erhalten. Die Turmuhr stammt aus dem Jahre 1826. 1882 bis 1885 und 1913 wurde die Pfarrkirche im Innern restauriert. Äussere Wiederherstellungen erfolgten 1904, 1934 und 1977. In den Jahren 1999 - 2001 wurde die Kirche einer gründlichen Innenrenovation unterzogen, die sich streng an die bauliche Ausstattung von 1913 hielt. Am 10. Juni 2001 konnte Weihbischof Martin Gächter das Gotteshaus wieder einweihen. Seither erstrahlt die Wallfahrtskirche in einem neuen Glanz.

Das Gotteshaus im Dorfzentrum zeigt sich weitherum als stolzes und markantes Bauwerk. Es weist sowohl in baugeschichtlicher als auch in kulturhistorischer Hinsicht äusserst interessante Merkmale auf und enthält einige Kostbarkeiten. Südöstliche der Kirche muss bis mindestens 1778 ein Beinhaus gestanden sein. Der Burkardsbrunnen, welchem "heiligkräftiges Wasser entspringen soll", wird 1648 erstmals genannt. Am Giebel der heutigen Brunnenstube steht die Jahrzahl 1757. Die Frontnische enthält die Steinskulptur St. Burkards.

Leider musste das ehemalige Pfarrhaus südlich der Kirche im Jahre 1969 einem nüchteren Neubau weichen. Die Bausünden jener Zeit sind inzwischen wieder behoben worden. Nach einem geglückten Umbau 1994 fügt sich heute das Pfarrhaus wieder passend in seine Umgebung ein. Mittels Anbau ist auch ein neues Pfarrheim entstanden. Die schmucken Räumlichkeiten stehen seit ihrer Einweihung vom 15. Mai 1994 den vielfältigen Bedürfnissen des Gemeinschaftslebens zur Verfügung.

Kirche aus der Sicht vom Rest. Rössli

 


St. Burkard
St. BurkardDie Kirche von Beinwil ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Ihr Name ist unzertrennbar mit dem Wirken des heiligen Sankt Burkard verbunden. Uralt ist das Andenken an den volksverbundenen, weisen Priester, der im 12. Jahrhundert hier gelebt hat und viele wundertätige Handlungen vollbracht haben soll. Sein Todesdatum ist uns mit dem 18. Mai 1200 überliefert. In der Krypta ruhen die Gebeine des Lokalheiligen. Seine Verehrung muss vor allem im Mittelalter bedeutend gewesen sein, hatte sich doch die eidgenössische Tagsatzung in den Jahren 1504, 1506 und 1517 mit der Verwendung der Opfergaben zu befassen. Im Jahre 1817 erlaubte Rom, zu Ehren des Seligen in der Pfarrkirche die heilige Messe zu lesen. Damit ist Burkardus von der Kirche offiziell als Heiliger anerkannt. Bereits im Jahre 1813 fing Beinwil an, den Heiligen als ersten Kirchenpatron (Titularpatron der Kirche) zu ehren.St. Burkard mit Dohle Das Burkardusfest wird alljährlich mit besonderer Feierlichkeit am Montag nach Christi Himmelfahrt gehalten. Das Leben des Seelsorgers ist von vielen Legenden umsponnen. Danach hatte Sankt Burkard eine Dohle auferzogen und so zahm gemacht, dass sie ganz zutraulich und ihm treu ergeben war. Als nun die Hausgenossen des Heiligen während seiner Abwesenheit ein etwas ausschweifendes Leben führten, erzählte die Dohle dem Manne alles, was sie gesehen hatte und gehört hatte. Die Bediensteten fassten nun den Entschluss, das Tier zu töten um sich so des lästigen Anklägers zu entledigen. Man erwürgte die Dohle und warf sie in eine tiefe Grube neben dem Pfarrhaus. Bei seiner Rückkehr vermisste Sankt Burkard sofort die gewohnte Begrüssung durch seinen freundlichen Vogel. Der Heilige ahnte nichts Gutes und suchte eifrig nach seinem treuen Haustier. Bald schon vernahm er das traurige Krächzen der Dohle, die ihm ihren unschuldigen Tod klagte und das Verhalten des Hausgenossen beschrieb. Auf den Bildnissen des heiligen Burkards findet man deswegen, neben ihm stehend, eine Dohle, deren einen Flügel gebrochen und gelähmt ist. Eine andere Überlieferung erzählt von einer todkranken Frau im Hofe Unterhorben (auch Schneggen genannt). Der Priester Burkard wurde gerufen, um sie zu versehen. Nach halber Wegdistanz kam ihm ein Bote entgegen und meldete, dass die Kranke bereits gestorben sei. Doch Burkard setzte seinen Weg fort, betete und flehte Gott im Sterbezimmer an, bis, zur Verwunderung aller Anwesenden, die Tote nochmals zum Leben erwachte, das Sakrament der heiligen Ölung empfing und alsdann ruhig entschlafen konnte.

Huwyler-Frei Erhard, Gemeindeschreiber
1987 / 1999 / 09.2006

 

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