Die Jagdgesellschaft Beinwil (Freiamt) informiert:

Freizeit und Natur im Wildlebensraum Lindenberg

Immer mehr Menschen leben im Freiamt und wollen ihre Freizeit in der Natur verbringen. Ein durchaus verstĂ€ndliches und nachvollziehbares Verhalten. Leider weitet sich die Natur nicht im Gleichschritt mit den verbauten und bewohnten FlĂ€chen aus. Vermehrt drĂ€ngen Menschen in die bestehenden NaturrĂ€ume ein und nutzen den herrlichen Lindenberg fĂŒr die vielfĂ€ltigsten AktivitĂ€ten wie Spazieren, Wandern, Biken, Reiten, BrĂ€teln, Skifahren, Langlauf, Schneeschuhwandern und vieles mehr. Die Jagdgesellschaft Beinwil (Freiamt) zeigt sich ĂŒber einhergehende bzw. nachteilige Entwicklungen besorgt und bittet die Bevölkerung um besondere RĂŒcksichtnahme.

Der kantonale Richtplan erwartet fĂŒr den Bezirk Muri AG ein Bevölkerungswachstum von rund 18 Prozent im laufenden Jahrzehnt. Sollen dabei die Natur und die von ihr abhĂ€ngigen Tierarten ohne Schaden davonkommen, braucht es dringend ein angepasstes Freizeit-verhalten.

Die Covid-bedingten EinschrĂ€nkungen veranlassten in den letzten Monaten noch mehr Menschen, die Naherholungszonen aufzusuchen. Werden dabei die ausgebauten Wege verlassen, fĂŒhrt dies oft zu grossem Stress fĂŒr alle Tiere in der Natur.

Bei uns das Rehwild und in den Bergen das Rot-, Stein- und Gamswild reduzieren im Winter ihren Kreislauf auf ein Minimum. Sie bewegen sich in einem nĂ€hrstoffmĂ€ssigen Spargang. Dies ermöglicht ihnen ein Überleben in der kargen und kalten Jahreszeit. Jede Beunruhigung und damit verbundene körperliche Anstrengungen fĂŒhren zu einem unnötigen NĂ€hrstoffverbrauch. Dies kann sich schon in kurzer Zeit lebensbedrohlich auswirken. So mussten auch in unserer Gemeinde im letzten Winter massiv geschwĂ€chte Rehe erlöst werden.

Im FrĂŒhling beginnt in der Natur auch die Zeit der VerjĂŒngung. Alles spriesst und die Wildtiere setzen ihre Jungen. Beim Rehwild sondern sich die Muttertiere von ihren Artgenossen ab, um an ruhigen und geschĂŒtzten Stellen ihre Jungen aufzuziehen. Oft geschieht dies an WaldrĂ€ndern oder auch an lichten PlĂ€tzen im Wald. Werden diese Orte betreten, so werden die Rehe durch die direkte Aufscheuchung nachhaltig gestört, aber auch durch zurĂŒckbleibende Duftnoten von mitgefĂŒhrten Hunden vertrieben. Fehlen solche EinstĂ€nde, konzentrieren sich die Tiere auf die noch wenig verbleibenden, kleinrĂ€umigen FlĂ€chen. Es entstehen harte MachtkĂ€mpfe, und diese enden sehr oft mit VerdrĂ€ngungen. Der damit verbundene Stress erhöht den NĂ€hrstoffbedarf und fĂŒhrt zu vermehrtem Verbiss an jungen Waldpflanzen. Aufgrund derart entstandener SchĂ€den fordern die Forst-verantwortlichen eine stĂ€rkere Reduktion der WildbestĂ€nde durch die JĂ€ger. Damit kann ein rĂŒcksichtsloses Freizeitverhalten zu einem ungewollt höheren Jagddruck fĂŒhren.

GrundsĂ€tzlich ist der Wald ausserhalb von Schutz- und Ruhezonen fĂŒr jedermann zugĂ€nglich. Vergessen wird leider oftmals, dass dieser Wald auch jemandem gehört. Im Kanton Aargau sind rund 30 Prozent im privaten Besitz und rund 70 Prozent gehören Korporationen, BĂŒrgergemeinden, Kirchgemeinden und der öffentlichen Hand. Auch wenn grundsĂ€tzlich ein Betretungsrecht besteht, sind die Verhaltensregeln einzuhalten und Störungen zu unterlassen. Nur mit einem verantwortungsvollen Verhalten seitens der Besucher kann der Wald auch in Zukunft seine Funktionen als Filter fĂŒr das Grundwasser, die Produktion von Sauerstoff, das Nachwachsen von Nutzholz, den Lebensraum fĂŒr Wildtiere und als Erholungsort fĂŒr den Menschen gewĂ€hrleisten.

Deshalb unsere Bitte:

Die Natur soll fĂŒr Alle nutzbar bleiben. Halten Sie sich jedoch bitte an die bestehenden Strassen und Wege. FĂŒhren Sie Ihren Hund im Wald und in WaldesnĂ€he bitte an der Leine. Sichern Sie dem Wild seinen Lebensraum, indem Sie es vermeiden, im Winter abseits der gekennzeichneten Routen durch die WĂ€lder zu streifen. Bleiben Sie wĂ€hrend der Vegetationszeit auf den Strassen und ĂŒberlassen Sie die WaldrĂ€nder wĂ€hrend dieser Zeit den Rehen und Hasen. Nur so können Sie sich auch in Zukunft darĂŒber freuen, bei Ihren SpaziergĂ€ngen und Wanderungen in der freien Natur weiterhin Wildtiere zu beobachten.

Die Jagdgesellschaft Beinwil (Freiamt) dankt Ihnen fĂŒr Ihre RĂŒcksichtnahme.

Mai / Juni 2021

Mitteilung vom

Gemeindeverwaltung
Kirchfeld 5
5637 Beinwil (Freiamt)

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